Nach der Transplantation gab es einige Komplikationen
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Komplikationen nach der Transplantation

7. März 2018

Nach der Transplantation bin ich erst einmal bis Mitte April nicht aufgewacht. Beziehungsweise hatte ich wohl manchmal meine Augen offen, habe aber nicht reagiert. Ich selber weiß von dieser Zeit gar nichts mehr. Meine Schwester wurde als meine Betreuerin eingesetzt und hat alle Entscheidungen für mich getroffen. Nach einiger Zeit haben ihr die Ärzte in Großhadern zu verstehen gegeben, dass sie auch nicht genau wissen, warum ich nicht richtig aufwache.

Da sie für mich nichts mehr tun könnten, schlugen sie eine Verlegung in die neurologische Klinik nach Bad Aibling vor. Meine Schwester war damit einverstanden und ich wurde in die Schönklinik verlegt. Erst dort kam ich langsam zu mir. Genau genommen war es einen Tag an dem meine Schwester und zwei sehr gute Freundinnen zu Besuch waren. Dieser Besuch war so beeindruckend (nicht unbedingt im positiven Sinn – wenn ihr drei das lest, ihr wisst wie es gemeint ist), dass es das Erste war, was mir wieder im Gedächtnis geblieben ist. Alle drei redeten auf mich ein, lachten, alberten rum und nervten mich dermaßen, dass ich ihnen am liebsten gesagt hätte sie sollen sofort abhauen. Leider konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht sprechen. Ab da jedenfalls ging es langsam und mit einigen Rückschlägen bergauf.

Als ich so langsam zurück in dieser Welt war, machte ich eine Bestandsaufnahme

  • Ich konnte mich nicht bewegen, nicht mal den kleinen Finger. Dies lag daran, dass ich nach der Transplantation eine schwere Sepsis hatte und sich daraus als Begleiterkrankung, eine CIP ,entwickelt hatte. Bei einer CIP hat man eine schwere, schlaffe, atrophische Lähmungen.
  • Ich konnte nicht sprechen, da ich ein Trachialkanüle im Hals hatte. Über diese war ich anfangs beatmet und da sich durch die Lähmung Schluckstörungen entwickelt hatten, verhinderte diese geblockte Kanüle, dass ich an meiner eigenen Spucke erstickte.
  • Ich musste drei Mal in der Woche zur Dialyse, da meine Nieren die Herztransplantation quasi nicht überlebt hatten. Durch die starken Medikamente und die lange Zeit an der Herz-Lungen-Maschine entstand einfach eine Niereninsuffizienz, die sich auch im Laufe der Zeit nicht zurück entwickelte.
  • Ich hatte an den Zehen Nekrosen, das heißt abgestorbene Zellen. Ein Arzt in Großhadern erzählte mir im Nachhinein, dass sie mir Medikamente geben musste, die die Blutgefäße stark verengten, damit das neue Herz in Gang kam. Dies hatte zur Folge, dass die unteren Extremitäten nicht gut durchblutete waren und sie sich überhaupt nicht sicher waren, ob das Bein nicht abgenommen werden musste. Ich war zwar froh, dass dies nicht der Fall war, aber über meine schwarzen abgestorbenen Stellen an den Zehen war ich auch nicht glücklich.
  • Im Verlauf des Aufenthalts in der Schönklinik entwickelte ich unerklärlich hohes Fieber. Die Ärzte konnten dies erst nicht zuordnen, dann stellte sich aber heraus, dass ich mehrere Milzinfarkte hatte.

Mein Fazit nach der Transplantation

Im Nachhinein erfuhr ich auch, dass es ganz schön knapp war und die Ärzte sich nicht sicher waren, ob ich die Zeit nach der Transplantation überleben werde. Das neue Herz wollte einfach nicht richtig arbeiten und ich brauchte zur Unterstützung die Herz-Lungen-Maschine viel länger als normal. Dadurch entstanden die oben genannten Komplikationen.

Ich war auf Deutsch gesagt ganz schön im Ar…!

Heute bin ich fest überzeugt davon, dass meine Seele so traurig und kaputt vom Tod meines Mannes war, dass sie sich erst einmal überlegen musste, ob sie in dieses Leben zurück wollte!

 

 

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  1. Huiiii Sandra! Da sind aber gaaaaaanz viele Menschen gaaaaaaanz froh, dass du heute so unglaublich fit hier bei uns bist! Deine Seele ist schlau, dass sie sich entschieden hat, hierzubleiben!

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