Peter, ca. 35 Jahre, lächelt fröhlich in die Kamera
Allgemein | Schicksalsschläge

Der Tod eines geliebten Menschen – 1.Teil

12. März 2018

Bereits früh machte ich Bekanntschaft mit dem Tod. Meine Eltern sind beide innerhalb von 8 Wochen gestorben, als ich 16 Jahre alt war. Das war sicher keine leichte Zeit. Aber dieser Schicksalsschlag hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin und der Tod war mir durchaus kein Unbekannter.

Meinen ersten Mann Bäda habe ich 2005 kennengelernt, 2007 haben wir dann geheiratet. Er war ein liebevoller, lustiger und vor allem hilfsbereiter Mensch, der von allen gemocht wurde und mit dem ich mein ganzes Leben verbringen wollte.

Als er zu einer Routineuntersuchung ging, wurde ein Herzklappenfehler festgestellt, der durch eine Operation behoben werden sollte. Die OP fand am 10.1.2013 statt. Ich habe ganz schön gezittert und war sehr froh, als ich den Anruf bekam, dass alles glatt lief. Am nächsten Tag konnte ich ihn bereits besuchen. Die Ärzte waren super zufrieden und er wurde sogar schon nach zwei Tagen auf die normale Station verlegt. Dann erhielt ich am 13.1.2013 den Anruf: „Frau Zumpfe, Ihr Mann hatte einen Herzinfarkt, bitte kommen Sie zu uns in Krankenhaus.“ Ich fuhr natürlich gleich los.

Auf der Intensivstation

Bäda liegt vor seinem Tod 5 Tage auf der Intensivsation, er wird beatmet und hat viele Schläuche um sich herum
Bäda nach dem Herzinfarkt

Bäda lag auf der Intensivstation an gefühlt 1000 Maschinen und Schläuchen. Die Ärzte erklärten, dass sie lange gebraucht hätten, bis er wieder stabil war und er im Moment noch die Herz-Lungen-Maschine, die Beatmung und die dauerhafte Dialysemaschine brauche. Auf meine Frage, wie denn die Aussichten für ihn wäre, bekam ich nur die Antwort, dass man abwarten müsse. Sollte er sich wieder erholen, wäre er auf jeden Fall auch auf ein neues Herz angewiesen, da das Alte zu stark beschädigt sei. Ich ging jeden Tag zu ihm, verbrachte Stunden an seinem Bett, redete mit ihm und hoffte, das alles gut werden würde. ER war schließlich mein Anker in diesem Leben, ohne ihn zu sein konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Fünf Tage später bekam ich wieder einen Anruf, dass ich dringend kommen sollte. In meinem Innersten wusste ich da bereits, das dieser Anruf seinen Tod bedeutete.

Der Tod

Ich wurde darüber aufgeklärt, dass eine Gehirnblutung aufgetreten wäre und es keine Chance auf Besserung mehr gäbe. Schweren Herzens entschied ich mich dafür, die Maschinen abstellen zu lassen. Vorher konnte ich mich noch so lange wie ich wollte von ihm verabschieden. Auch bei dem Prozess des eigentlichen Sterbens blieb ich dabei. Die Maschinen wurden langsam hinunter gefahren und ich konnte deutlich beobachten, wie das Leben aus meinen geliebten Bäda wich. Es war schrecklich und doch bin ich so froh, bei ihm gewesen zu sein.

Danach wurde ich erst einmal hinaus geschickt, damit die Schwestern ihn von allen Schläuchen usw. befreien konnten. Dann ging ich wieder zu ihm. Ich stand noch lange an seinem Bett und war innerlich so leer und zerrissen, das ich am liebsten auch tot gewesen wäre. In der Zwischenzeit kam auch meine Schwester, die ich nach dem Abstellen der Maschinen angerufen hatte. Sie brachte mich dann nachhause, für mich war das Leben zu Ende.

 

 

 

 

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