Die Naht nach einer frischen Shunt OP
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Die Lebensader der Dialyse – Der Shunt

5. April 2018

Nach dem klar war, dass ich dialysepflichtig bleiben werde, benötigte ich einen Shunt. Dazu wurde ich in die Schön Klinik Vogtareuth verlegt.

Vorrausetzungen für eine gute Dialyse

Um eine effektive Hämodialyse zu erreichen, benötigt man einen Blutfluss von etwa 300ml in der Minute. Nur so kann das Blut in relativ kurzer Zeit, 4 Stunden, von Giftstoffen gereinigt werden. Diese 4 Stunden ersetzen schließlich das, was die gesunden Nieren innerhalb von 48 Stunden leisten. Den nötigen Blutfluss erlangt man durch eine operative Verbindung von einer Vene zu einer in der Nähe liegenden Arterie. Diese Verbindung nennt man einen arterio-venösen Shunt. Der Shunt wird während einer Operation angelegt. Diese kann in örtlicher Betäubung oder in Betäubung eines größeren Körperbereiches (Regionalanästhesie) vorgenommen werden. Die Anästhesisten nennen dies auch umgangssprachlich einen Block. Wenn die eigenen Gefäße für einen Shunt ungeeignet sind, weil sie zum Beispiel zu dünn sind, besteht die Möglichkeit eines Prothesen-Shunts. So war es bei mir der Fall, mir wurde ein Goretex-Shunt eingesetzt.

Meine Erfahrungen mit der Shunt – Neuanlage

Nach meiner Verlegung in die Schön Klinik Vogtareuth kam ein Arzt, der mir die ganze Operation und das Verfahren der Shunt – Neuanlage erklärte. Er plante mir einen sogenannten Goretex-Loop zu legen. Außerdem wählte der Arzt aufgrund meiner körperlichen Situation die Vollnarkose aus, die in Ausnahmefällen auch angewandt werden kann. Die Operation dauerte nicht lange und durch die Schmerzmittel hatte ich nur wenig Schmerzen. Das alles war eigentlich komplikationslos.

Eine unfassbare Erfahrung

Während der ganzen 4 Tage in Vogtareuth bekam ich nicht zu essen. Auf meine Nachfrage, warum dies so sei, hieß es: “Das hat uns keiner gesagt, dass Sie essen.” Ich dachte ich höre nicht richtig und war wirklich schockiert. Seit wann muss man dem Pflegepersonal denn sagen, dass ein Mensch Essen braucht. Abgesehen davon war ich doch wach, ansprechbar. Man hätte mich jederzeit fragen können. Jetzt im Nachhinein fällt es mir immer noch schwer diese Geschichte zu glauben. Ich kann auf Grund dieser und vieler anderer Erfahrungen nur  immer wieder jedem raten, meldet euch, fragt nach und nehmt nicht alles hin was mit euch gemacht wird!

Heilung und Benutzung des Shunts

Zurück in der Schön Klinik Bad Aibling hatte ich ziemliche Probleme mit der Heilung des Shunts. Schwellungen, Rötungen und ziemliche Schmerzen im operierten Arm machten mir das Leben schwer. Erst nach sechs Wochen wurde der Shunt punktiert und somit für die Dialyse genutzt. Da er aber zu diesem Zeitpunkt immer noch sehr geschwollen war, haben die Ärzte einen Ultraschall zur Hilfe genommen um richtig zu punktieren. Alles in allem war die Operation problemlos, die Heilung aber nicht so toll. Auch habe ich während der Dialyse immer nur knapp die benötigten 300 ml/h Blutfluss erreicht. Nach knapp zwei Jahren hatte ich den ersten Shuntverschluß, auf den innerhalb von 2,5 Jahren sechs weitere Shuntverschlüsse folgten. Schließlich konnte dieser nicht mehr wieder hergestellt werden. Aufgrund meiner schlechten Erfahrung mit der Shunt-Prothese entschied ich mich dann für einen Demers-Katheter.

Pflege des Shunts

Damit der Shunt möglichst lange erhalten bleibt gibt es einige Dinge zu beachten.

  • am Shuntarm sollte niemals Blutdruck gemessen werden.
  • Blutabnahme sollte ebenfalls nur in absoluten Ausnahmefällen über den Shunt erfolgen.
  • Man sollte keine schweren Lasten mit dem Shuntarm heben
  • Vor Sonnenbrand und Verletzungen sollte man sich besonders schützen
  • Zu enge Kleidungsstücke die auf den Shunt drücken sollten vermieden werden.
  • Nach der Dialyse sollte richtig abgedrückt werden, das heißt nicht zu fest und auch nicht zu schwach.

Besonders Punkt 1 und 2 solltest du auch konsequent andern Ärzten und Schwestern mitteilen. Oft sind andere “Fachgebiete” der Medizin nicht so vertraut mit der Shuntthematik. Da ist es deine Aufgabe, auf deine Lebensader acht zu geben.

Alles rund um das Thema “punktieren” findest du in folgendem Beitrag: Sich selbst punktieren – Dialyseschulung 1.Teil

 

 

 

 

 

 

 

 

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