Die Trauer verarbeiten mit dem Hochzeitskleid
Allgemein | Schicksalsschläge

Trauer mit dem Hochzeitskleid verarbeiten

26. April 2018

Voller Trauer öffnete ich den Kleiderschrank und sah es: Mein Hochzeitskleid!…..

So ähnlich begann die Verarbeitung meiner Trauer gemeinsam mit dem Kleid. Dieses Kleid erinnerte mich an all die schönen gemeinsamen Tage mit meinem Mann. An das wunderbare Geschenk der Liebe, dass mir mit ihm gemacht wurde. An unsere wunderbare Hochzeitsfeier. Und vor allem daran, dass er nicht mehr da war. Es einfach in den Müll schmeißen konnte ich trotzdem nicht. Also überlegte ich mir, wie ich gemeinsam mit dem Kleid noch einmal einen schönen Tag haben konnte.

Kreative Verarbeitung meiner Trauer

Im World Wide Web werden einige Ideen vorgestellt, wie man generell mit seinem Kleid umgehen kann. In den meisten Fällen wird man es ja nicht mehr nutzen. Gleichzeitige ist es aber zu schade, um es nach einmal tragen im Keller verstauben zu lassen. Die Angebotspalette ist groß, wird aber meistens gemeinsam mit dem Partner durchgeführt: Shooting im Wasser, Anzünden des Kleides, gemeinsam “schmutzige” Arbeiten wie Autoschrauben erledigen oder aber auch sich  gegenseitig mit Farbe bekleckern. Unter dem Suchbegriff  “Trash the Dress” findet ihr wirklich viele schöne Ideen.

Da ich ja nun alleine war und es mir darum ging das Kleid und die ganze Geschichte zu verarbeiten, entschied ich mich dafür, dieses Kleid bunt zu machen. Genauso bunt wie mein Leben mit Bäda war. Nun trifft es sich gut, dass ich eine sehr begabte Künstlerin als Freundin habe. Als ich Bettina anrief und zu ihr sagte: “Bettina, du musst mein Kleid bunt machen!”, war sie Feuer und Flamme.

Wir sprayen die Trauer weg

Gemeinsam entschieden wir uns, Spraydosen wie die Graffitikünstler in meinen und Bädas Lieblingsfarben zu verwenden. Ich zog also das Kleid an, stelle mich auf eine große Papierabdeckung in Bettinas Garten und los ging es. Ihre Tochter Maya fotografierte währenddessen den ganzen Prozess. So konnte ich mir später daraus eine Fotocollage machen. Bettina ließ ihrer Kreativität freien Lauf und es kam ein wunderbares Kunstwerk dabei raus. Ich hatte das Gefühl genau das Richtige mit dem Kleid gemacht zu haben. Die entstanden Fotos sehe ich mir immer wieder gerne an. Sie bedeuten für mich das Ende von etwas Großem und den Anfang von etwas Unbekannten. Voller Respekt konnte ich mich so von einem Teil meiner Geschichte mit Bäda verabschieden. Ein weiterer Fußstapfen auf dem langen Weg meiner Trauer über den Verlust meines geliebten Mannes.

 

 

 

 

 

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