Das neue Tattoo am linken Unterarm
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Ein neues Tattoo muss her

1. Mai 2018

Nach einer Transplantation raten einem die Ärzte dringend von einem Tattoo ab. Eigentlich versuchen sie es sogar dir zu verbieten. Ganz unberechtigt ist dies natürlich nicht. Bei einer Tätowierung wird die Haut mit einer Nadel ca. 6 mm tief verletzt. Durch die Verletzung können Bakterien, Viren oder ähnliches in den Körper eindringen und dort ihr Unwesen treiben. Da das Immunsystem eines transplantierten Menschen aber durch die Immunsuppression geschwächte ist, kann es eventuell nicht dagegen ankämpfen. Möglicherweise handelt man sich durch ein Tattoo ein größeres gesundheitliches Problem ein. Mir war es aber tatsächlich so wichtig, dass ich dieses Risiko bewusst eingegangen bin. Ich möchte aber NIEMANDEN dazu auffordern, es mir gleich zu tun.

Mein Wunsch nach einem Tattoo

Ich hatte schon vor meiner Transplantation mehrere Tätowierungen. Nun verspürte ich den Wunsch den Namen meines verstorbenen Mannes zu verewigen. Dazu sollte ein weiterer sehr wichtiger Spruch kommen, der für mich als Symbol für die überstandene Zeit steht. Und zu guter Letzt wollte ich ein Zeichen für meine Schwester setzen, ohne die ich das alles schließlich nicht überlebt hätte.  Es waren also drei Elemente die in ein vorhandenes Tattoo am linken Arm integriert werden mussten. Mit diesem Wunsch ging ich zu meinem Haus- und Hoftätowierer Hubi vom WE TAT – 2U.

Offen über die Situation reden

Da ich schon seit meinem 18. Lebensjahr zu Hubi gehe, war ich mir absolut sicher hier bezüglich Hygiene und Vorsichtsmaßnahmen gut aufgehoben zu sein. Auch war ich davon überzeugt, dass Hubi absolutes Verständnis für meine Situation hatte. Wir besprachen also die “Extras” meiner Sitzung, die Aufgrund meiner Gesundheit nötig waren. Gemeinsam beschlossen wir, dass er Mundschutz und extra OP-sterile Handschuhe tragen würde. Außerdem desinfizierte er noch öfter, als es er eh schon normalerweise tut. Für Hubsi und sein Tattoostudio würde ich meine Hand ins Feuer legen. Es herrscht absolute Sauberkeit! Nachdem wir dies geklärt hatten, besprachen wir mein Vorhaben. Da ich großer Tolkienfan bin, wählte ich dafür als Schriftart Tengwar – Elbisch. Folgendes wurde ins Elbische übersetzt:

  • Der Name meines verstorbenen Mannes: Bäda
  • Der Spruch: So lange ich atme, habe ich Hoffnung
  • Und das Wort Schwester in einem Unendlich Zeichen

Das Wunsch – Tattoo wurde gestochen

Nach ca. 6 Wochen war es dann soweit und das Tattoo wurde gestochen. Im Vergleich zu den Schmerzen die ich hinter mir hatte, war es ein Spaziergang. Aber natürlich tut es weh. Leute die behaupten sie hätten keine Schmerzen während des Stechens, halte ich für absolute Lügner. Wenn mir jemand die Frage stellt, ob tätowieren weh tut, antworte ich immer: “Also ich finde es fühlt sich an wie Augenbraun zupfen. Unangenehm aber man kann es aushalten”. Während der Zeit der Heilung achtete ich sehr darauf, die “Verletzung” zu schützen. Heute bin ich sehr, sehr froh darüber, dass ich es getan habe. Auch wenn ich ziemlich blöd von meinen Ärzten deshalb angemacht wurde. Aber da stehe ich drüber, es ist schließlich mein Leben!

Meine Schwester hat sich übrigens am selben Tag vor mir das gleiche Schwestertattoo stehen lassen.

 

 

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