Der Filter ist ein Teil der Dialysemaschine
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Die Vorbereitung der Dialysemaschine – Dialyseschulung 2. Teil

31. Mai 2018

Als ich das erste Mal die Dialysemaschine vorbereitet habe, war das schon ganz schön fordernd. Aber es ist wie mit dem Auto fahren, die ersten paar Fahrstunden denkst du dir „Das schaffe ich nie“, doch am Ende hast du den Schein in der Hand. Übung macht schließlich den Meister. Ich erzähle dir jetzt, wie ich meine Dialysemaschine von GAMBRO vorbereitet habe. Es wird sicher bei jeder ein bisschen anders ablaufen, aber insgesamt ähnelt sich der Prozess doch.

Erster Schritt – der Selbsttest

Die meisten Dialysemaschinen machen vor dem eigentlichen Start einen Selbsttest. Bei meiner GAMBRO hat dieser ungefähr zwischen 16 und 21 Minuten gedauert. Um diesen Test in Gang zu setzten, habe ich das BiCart-Select System eingesetzt und dann die Maschinen gestartet. Das Bi-Cart-Select System besteht aus folgenden Teilen:
einer BiCart-Kartusche mit trockenem Natriumbikarbonat
einer SelektCart-Kartusche mit trockenem Natriumchlorid
einem SelectBag 500ml mit einem flüssigen Konzentrat aus Elektrolyte wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Glukose.
Alle drei haben ihren Platz auf der linken Seite der Dialysemaschine. Die Kartuschen entsorgt man nach der Dialyse, den SelectBag kann man wieder verwenden bis er tatsächlich leer ist.

Das Schlauchsystem in die Dialysemaschine einsetzen

Während die Dialysemaschine sich selbst getestet hat, habe ich das Schlauchsystem eingesetzt. Dieses besteht aus zwei Teilen, dem Venen-Teil (blau) und dem Arterien-Teil (rot). Beide werden durch den Filter verbunden. Beim Einsetzen der Schläuche hat jeder so seine Vorgehensweise, diese ist theoretisch auch etwas schwer zu beschreiben. Wichtig ist, dass jedes Teil am Ende dort sitzt wo es hingehört, alle Verbindungen gut zugeschraubt und alle nötigen Klemmen geschlossen sind.

Zum Schlauchsystem gehört auch die Spritze mit der Heparinmischung. Diese ist notwendig, um zu verhindern, dass das Blut im System gerinnt. In die Perfusorspritze kommt eine Mischung aus Heparin und Kochsalzlösung, kurz NaCl. In meinem Fall waren das 2 ml Heparin und 18 ml NaCl. Diese vorbereitete Spritze wird dann mit dem Schlauchsystem verbunden und in den Perfusor eingesetzt.

Die verschiedenen Einstellungen an der Dialysemaschine

Um eine optimale Dialyse zu gewährleisten, müssen bestimmte Parameter an der Dialysemaschine eingestellt werden. Diese werden Aufgrund deine Blutwerte, deine Grundgewichts usw. festgelegt. Der Display der IDialysemaschine

  • Uf= Bestimmt den Flüssigkeitsentzug. Die Differenz zwischen deinem Trockengewicht und deinem aktuellen Gewicht. Bei mir waren das meistens 2,5 Liter, mal mehr, mal weniger.
  • Temp = zeigt die Temperatur an, auf die die Maschine dein Blut kühlt oder heizt. Ich habe im Winter meistens 37° eingestellt, da ich immer gefroren habe. Im Sommer, bei heißen Temperaturen, kann es durchaus angenehm sein eine Temperatur von 36° oder 35.5° einzustellen und sich so von innen kühlen zu lassen.
  • Zeit = hier wird natürlich die Dauer der Dialyse eingestellt.
  • K/tv = mit dieser Messung kann die Effektivität der Dialyse gemessen werden. Mein Modell daheim, hatte dies allerdings nicht.
  • Leitfähigkeit, Bikarbonat, das Nadelzeichen für das Heparin etc. sind sehr individuelle Einstellungen, die du mit deinem Arzt besprichst.
  • Profil= Hier kannst du verschiedene Profile für die Dialyse einstellen, auch das muss mit deinem Arzt abgesprochen sein. Ich habe zum Beispiel immer das UF-Profil eingestellt. Dies bedeute, dass in der ersten Zeit der Dialyse mehr Flüssigkeit entzogen wird als am Ende. Ich habe mir meistens in der ersten Stunde 1 – 1,2 Liter entziehen lassen und hatte so zum Ende hin der Dialyse kaum mehr Entzug. Das habe ich besser vertragen, als immer einen gleichmäßigen Flüssigkeitsentzug. Da musst du einfach testen, womit es dir besser geht. Frag einfach mal in deinem Zentrum nach, ob du es ausprobieren kannst.

Füllen des Schlauchsystems

Wenn die Dialysemaschine mit ihrem Selbsttest fertig ist, musst du das Schlauchsystem füllen. In den Zentren funktioniert dies meist online. Das bedeute die Schläuche werden an der Maschine selbst befüllt. Da bei der Heimdialyse „nur“ eine kleine Osmose verwendet wird, wird daheim zur Sicherheit mit Hilfe eines NaCl-Beutels gefüllt. Dazu habe ich den Anschluss der Arterienseite an den NaCl-Beutel geschraubt. Indem ich dann den „Füllen“ Knopf am Display der Dialysemaschine gedrückt habe, startete die Füllung des Schlauchsystems durch das NaCl. Wenn der Füllvorgang abgeschlossen ist, blinkt die Maschine und zeigt somit, das alles für die Dialyse bereit ist.

Die ferig aufgebaute und gefüllte Dialysemaschine
Aufgebaut und gefüllte Dialysemaschine

 

 

Erst danach folgt dann das Punktieren.

 

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