Feriendialyse in Rom
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Sechs Mal Feriendialyse – sechs Mal Dialyse anders

24. Juni 2018

Hamburg – mein Favorit

Da mein Schwager in Hamburg wohnt habe ich dort einige Male Feriendialyse gemacht. Ich bin immer in die Nephrocare-Hamburg-Barmbek Dialyse gegangen. Dort lag ich jedes Mal mit nur einem anderen Patienten im Zimmer. Zusammen hatten wir einen Fernseher. Das Personal dort war immer super lieb und da ich ja Heimdialysepatient war, durfte ich dort auch so viel wie möglich selber machen. Mein Mann konnte die ganze Zeit dabei bleiben, was ich als sehr schön empfand. Außerdem bekam er Essen und Trinken genauso wie ich. Absolute Empfehlung!!!

Feriendialyse in Hamburg
Feriendialyse in Hamburg

Wilhelmshaven -Feriendialyse an der Nordsee

Meine Schwiegereltern wohnen in  Wilhelmshaven, das heißt auch hier war ich öfter zur Dialyse. Dort gibt es nur eine Dialysepraxis, die aber glücklicherweise Feriendialyse anbietet: PHV-Dialysezentrum Wilhelmshaven. Dort lag man zu sechst im Zimmer und hatte immer zu dritt einen Fernseher. Ich hab meistens meinen Laptop mitgenommen, um nicht zu kurz zu kommen. Das Personal war auch hier super. Ich konnte ebenfalls das Meiste selber machen, mein Mann war jederzeit willkommen und wurde stets mit Kaffee versorgt! Auch hier uneingeschränkte Empfehlung!

Berlin – die Qual der Wahl

In Berlin gibt es wirklich sehr viele Dialysen die Ferienplätze anbieten. Darum hab ich mir einfach die ausgesucht, die meinem Hotel am nächsten lag: Das KfH-Nierenzentrum im St. Hedwig-KH

Hier wird mega auf Keime und ansteckende Krankheiten geachtet. Das finde ich grundsätzlich super. Ich war nur im ersten Moment überrascht, wie viele Nachweise ich bringen musste, um als Gast aufgenommen zu werden. Bei der Dialyse waren wir zu viert im Zimmer und es gab leider gar kein Entertainment. Aber das Personal war sehr nett. Ob der Partner mit darf, weiß ich leider nicht, da ich hier alleine war. Diese Feriendialyse empfehle ich dir ebenfalls, achte nur auf dein eigenes Entertainment.

Garmisch-Partenkirchen – war nicht so schön

In Garmisch war ich in der Gemeinschaftspraxis Dialysezentrum Garmisch-Partenkirchen. Leider wurde die Dialyse dort in einem einzigen Raum durchgeführt. Ich lag also mitten im Raum und um mich herum zwanzig andere Patienten. Privatsphäre gleich null! Also noch weniger als sonst. Ich fand es wirklich sehr unangenehm. Das ist aber vielleicht auch Geschmackssache.

Ein Kissen und die Decke waren quasi nicht vorhanden. Nimm dir also unbedingt deine eigenes Bettzeug mit. Das Personal dieser Feriendialyse war aber wirklich nett und ging auf mich ein. Für die Räumlichkeiten können die Schwestern ja nichts. Mein Mann durfte auch hier die ganze Zeit dabei sein und wurde mit Getränken versorgt. Da es in Garmisch und Umgebung kaum Alternativen gibt, empfehle auch diese Feriendialyse – du weißt ja jetzt was auf dich zukommt.

Innsbruck – ich würde wiederkommen

In Österreich ist es nicht ganz so einfach einen Ferienplatz zu finden, da dieses Land einfach nicht so viele Dialyseplätze hat. Du solltest also in der Nähe einer großen Stadt Ferien machen und dich frühzeitig um einen Dialyseplatz bemühen. Wir waren im Dialysezentrum Innsbruck. Dort waren wir wie in Berlin zu viert im Raum. Die Atmosphäre war super, Entertainment gab es keines. Das Personal war herzlich wie alle Österreicher und mein Mann konnte dabei bleiben. Wir wurden mit allem versorgt was wir brauchten. Diese Feriendialyse empfehle ich uneingeschränkt, das fehlende Entertainmentprogramm wurde von dem lustigen Pfleger wettgemacht.

Bella Roma – ein einziges Abenteuer

Es ist ja kein Geheimnis, dass die gesundheitliche Versorgung in Italien nicht auf dem gleichen Stand  wie in Deutschland ist. Bei meiner Recherche bin ich auf einige Hürden gestoßen. Schon die Auswahl einer geeigneten Feriendialyse war schwer. Auf meine Anfrage hin, hatte sich nur eine Dialysepraxis bei mir gemeldet, dies war eine private Einrichtung. Die staatlichen Krankenhäuser hatten sich nicht zurück gemeldet. Die Verständigung per E-Mail war ein einziges Drama. Ich kann zwar ausreichend Italienisch, um mich gut verständigen zu können, aber medizinische Fachsprache beherrsche ich nicht. Ich habe also meine Italienisch Lehrerin gefragt, ob Sie dolmetschen kann. Denn auch Englisch war keine Alternative. Am Ende wusste ich zumindest, dass ich dort einen Dialyseplatz hatte.

Feriendialyse Villa Sandra

Ich machte meine Feriendialyse in der Villa Sandra. In der Email die ich erhalten hatte, hieß es, dass ich schon einen Tag vorher dort hinkommen müsste und bezahlen sollte. Also machten wir uns auf den Weg und wollten bezahlen. Das war schon der erste Schock, die Dialyse für einen Tag kostete 300 €. Aber was willst du machen, du brauchst sie ja schließlich. Am nächsten Tag fanden wir uns um kurz vor Sieben wieder dort ein. Zu unserer Überraschung, waren die Türen geschlossen und ca. achtzehn Römer warteten davor.

Um Punkt Sieben ließ man uns dann rein und das nächste Abenteuer begann. Der Dialyseraum war lang und eng, die Betten standen ganz dicht nebeneinander. An Entertainment war gar nicht zu denken. Mein Mann wurde sofort hinausgeworfen, warum wissen wir bis jetzt nicht. Mit Mühe und Not durfte ich mich, nach langer Erklärung, selber punktieren. Zur Desinfektion gab es genau zwei kleine Tupfer. Ich war so froh, dass ich mein eigenes Spray und meine eigenen Nadeln dabei hatte.

Die Dialyse selbst verging quälend langsam. Es gab ein Glas Wasser, aber nichts zu essen. Kurz bevor ich fertig war, kam ein Mitpatient zu mir. Er war im 2. Weltkrieg in Deutschland stationiert und konnte noch ein paar Brocken Deutsch. Er unterhielt sich etwas mit mir und war wirklich herzlich. Ich war trotzdem froh, als ich endlich fertig war. Die Ärztin, die etwas Englisch konnte, war zum Schluss ganz gerührt. Sie kannte es nicht, das ein Paar so zusammen hielt. Da mein Mann nicht hinein zu mir durfte, war er zum nächsten Markt gelaufen und hatte mir eine Rose besorgt. Als Trost quasi, weil er nicht bei mir sein konnte. Dann wartete er die restliche Zeit vor der Tür auf mich. Das alles beeindruckte die Ärztin so sehr, dass sie ganz aus dem Häuschen war.

Fazit meiner Feriendialyse in Rom

Die Atmosphäre war so lala. Am besten du nimmst dir ein Hörbuch, was zu trinken und zu essen mit. Das Personal konnte fast kein Englisch, war aber super bemüht. Die hygienischen Standards sind weit hinter unseren. Zu deinem eignen Schutz nimm auf alle Fälle Nadeln und Desinfektionsmittel aus deinem Heimatzentrum mit. Partner dürfen nicht mit hinein und „selber machen“ wurde auch nicht gerne gesehen. Ich glaube in Italien gibt es keine Heimdialyse. Daher war das Personal dort fast schon entsetzt, als  ich mich selbst punktieren wollte. Trotzdem würde ich wahrscheinlich wieder hingehen. Da ich jetzt weiß wie es dort ist, kann ich mich auch darauf entsprechend einstellen.

Auf den Kosten der Feriendialyse sitzen geblieben!

Innerhalb Deutschlands und auch Österreichs kostet die Dialyse ungefähr überall das Gleiche. Es reicht also, wenn du deine Krankenkassenkarte abgibst. Die Feriendialyse rechnet dann mit deiner Krankenkasse ab. In Italien musste ich die 300 € zuerst einmal selber bezahlen. Danach konnte ich einen Kostenübernahmeantrag stellen.

Hier ist auch schon der Haken. Die Krankkassen übernehmen in der Regel nicht mehr als 180 € pro Dialysetag. Du kannst es dir sicher denken, auf dem Rest der Feriendialyse in Rom bin ich sitzen geblieben. Hinterher ist man immer schlauer! Zur Sicherheit rufe also vorher bei deiner Krankenkasse an und kläre die Kosten ab. Trotzdem würde ich als Dialysepatient nicht darauf verzichten in Urlaub zu fahren.

 

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