Der erste Teil der Untersuchungen
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Nierenlebendspende – erster Teil der Untersuchungen

26. Juli 2018

Für eine Nierenlebendspende muss der Spender absolut gesund sein. Um dies zu garantieren, werden im Vorfeld einige Untersuchungen durchgeführt. Wie diese für Matthias waren, erzählt er euch hier.

Bei folgenden Ärzten sind Untersuchungen nötig

Nephrologe (Niere)

Pneumologe (Lungenfacharzt)

Urologe (Blase & männliche Geschlechtsorgane)

Kardiologe (Herz)

Angiologe (Gefäße)

Ophthalmologe (Augenarzt)

MRT der Niere

Clearance der Niere (Leitsungsfähigkeit der einzelnen Nieren)

 

Nur Ärzte außerhalb des Krankenhauses dürfen untersuchen

Früher wurden diese Untersuchungen alle innerhalb von ein paar Tagen im Transplantationszentrum durchgeführt. So war es bei Sandras Herztransplantation. Heutzutage scheint dies nicht mehr möglich zu sein. Der Grund sind die Skandale der letzten Jahre rund um die Listung für eine Transplantation. Durch die Trennung der Untersuchung und Bewertung der Ergebnisse, will man mehr Unabhängigkeit und Transparenz erlangen. Jetzt müssen alle Untersuchungsergebnisse an meine  Nephrologin weitergeleitet werden. Sie nimmt dann wiederum eine Zusammenfassung und Bewertung vor. Diese muss sie an das Transplantationszentrum Großhadern schicken.

Hört sich im ersten Moment unproblematisch an. Es hatte aber leider zur Folge, dass sich das ganze Lebendspende-Verfahren doch erheblich verzögerte.

 

Die erste Untersuchung war beim Nephrologen

Zunächst einmal muss sichergestellt sein, dass meine Nieren in Ordnung sind. Nur dann kommt eine Nierenlebendspende überhaupt in Frage. Ich ging zu Sandras Nephrologin. Viele Werte werden über das Blut und den Urin gewonnen. Mir wurde also Blut abgenommen und ich musste in den Becher pinkeln. Danach befrage die Ärztin mich über Vorerkrankungen. Anschließend wurde ein Ultraschall des Unterbauches, also der Nieren und Allem drum herum, durchgeführt.

Blutdrucksenker musste ich nach den Untersuchungen nehmen

Es war eine sehr angenehme Atmosphäre und wir unterhielten uns direkt über die Ultraschallbilder. Die Nephrologin konnte  keine Probleme an den Nieren feststellen. Ich sollte allerdings vorsorglich ein Blutdrucksenker nehmen. Sie hatte bereits bei einer 24 Stunden Blutdruckmessung festgestellt, dass mein Blutdruck im Grenzbereich zu Hochdruck lag. Dies würde sich durch eine Nierenspende wahrscheinlich noch verschlechtern.  Darum wollte sie dem gleich entgegenwirken.

Insgesamt war ich mehr als zufrieden.

 

Danach ging es zum Pneumologen

Die Untersuchung war relativ umfangreich. Blutabnahme, Messung der Sauerstoffsättigung im Blut, Röntgenbild der Lunge, Abhören der Lunge und die Besprechung mit dem Arzt. Bei dieser, habe ich fast mehr erzählt als der Arzt selber. Er war sehr neugierig. Wieso Lebendspende?  Was das für uns bedeuten würde und so weiter. Er erinnerte sich auch an Sandra, da sie auch bereits bei diesem Arzt war. Auch hier waren meine gesamten Eindrücke ausnahmslos positiv, was mich für die Lebendspende noch mehr motivierte.

Rötgen des Thorax gehört auch zu den Untersuchungen

 

Daraufhin folgte die Untersuchung beim Kardiologen

Beim Kardiologen musste ich ein normales EKG machen. Außerdem ein Belastungs-EKG und einen Ultraschall vom Herzen. Danach hatte der Arzt einige Fragen an mich. Die einzige Unregelmäßigkeit die er feststellen konnte, war ein zu hoher Blutdruck. Ich konnte ihn aber beruhigen, da ja meine Nephrologin bereits Blutdrucksenker verordnet hatte.

 

Schließlich war die Untersuchung beim Angiologen dran

Die Untersuchung erschöpfte sich fast ausschließlich auf Ultraschall Untersuchungen der großen Gefäße. Arme, Beine, Hals und Bauchraum. Auch hier folgte im Anschluss ein längeres Gespräch über die Lebendspende. Dieser Arzt war ebenfalls wie die anderen sehr interessiert und kannte sich auch relativ gut aus mit dem Thema Transplantation.

Sowohl der Kardiologe als auch der Angiologe hatten nach ihren Untersuchungen keinerlei Einwände gegen die Nierenlebendspende. Sie versicherten mir, sie würden die Untersuchungsergebnisse so schnell wie möglich an meine Nephrologin weiterleiten.

 

Der Urologe war als nächstes an der Reihe

Vor dieser Untersuchung, das muss ich leider zugeben, hatte ich etwas Bammel. Der Urologe war ein sehr freundlicher Herr. Er erzählte mir erst einmal, dass er früher selber bei Transplantation im Krankenhaus mitgewirkt hatte. Da sich das Verfahren aber über die Jahre sehr verändert hat, sind Urologen heutzutage bei den Transplantationen selbst nicht mehr zugegen.

Er hatte also durchaus Erfahrung mit dem Thema. Trotzdem wusste er zunächst nicht, was ich von ihm wollte. Das heißt er wusste nicht welche Untersuchungen ich benötigte. Ich sagte ihm, dass ich eine Art Unbedenklichkeitsbescheinigung bräuchte. Diese soll bestätigen, dass aus seiner Sicht nichts gegen die Nierenlebendspende sprechen würde. Die genauen Untersuchungen konnte ich ihm auch nicht nennen.

 

Einmal das komplette Programm bitte!

Einmal alle Untersuchungen

Er kam dann zu dem Schluss, dass er einfach eine große Komplettuntersuchung durchführen würde.
Natürlich musste ich wie immer Urin und Blut abgeben. Danach tastete er mich ab und führte noch einen Ultraschall durch. Auf die von mir befürchtete Blasenspiegelung wollte er zunächst verzichten. Diese könnte bei der abschließenden Untersuchung im Krankenhaus erledigt werden. Falls überhaupt nötig. Insgesamt war die Untersuchung nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte. Und aus seiner Sicht gab es ebenfalls keinerlei Einwände gegen die Transplantation.

 

 

 

 

Das Drama beim Augenarzt

Als ich das erste Mal bei einem Augenarzt war, wurde es so haarsträubend, dass ich diesem Erlebnis einen eigenen Blogartikel widmen werde. Bevor ich aber mit dem Augenarzt und den restlichen Untersuchungen weiter machen kann,  müssen wir dir zum besseren Verständnis erzählen, wer eigentlich die ganzen Kosten rund um die Nierenlebenspende übernimmt. Mehr darüber kannst du also nächste Woche lesen.

Wenn du diese Untersuchungen selber brauchst und hier in München und Umland wohnst, können wir dir gerne die Ärzte weiterempfehlen. Du brauchst uns nur zu schreiben.

 

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