Das Personal hatte keine Ahnung von der Nierenlebendspende
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Nierenlebendspende – Untersuchung beim Augenarzt

12. August 2018

Sandra organisierte diesen Termin telefonisch für mich. Dabei schilderte sie der Arzthelferin, dass es sich um eine Voruntersuchung für eine Nierenlebendspende handelt. Es wurden keinerlei Fragen hinsichtlich der Abrechnung oder sonstiger verwaltungsrechtlicher Fragen gestellt.Wir gingen davon aus, dass sich die Praxis mit dem Thema auskennt.

Von Anfang an ein fragwürdiges Verhalten

An dieser Stelle will ich dir auch ein weiteres, für mich sehr fragwürdiges Verhalten schildern. Sandra wurde am Telefon mitgeteilt, dass ich 18 € zur Untersuchung mitbringen soll. Nur dann kann eine Messung des Augeninnendrucks untersucht werden. Dies alles ohne, dass ein Arzt meine Augen auch nur von weitem gesehen hätte. Und du erinnerst dich: Alle Leistungen die ein Spender im Rahmen der Nierenlebenspende zu mache hat,  sind zuzahlungsbefreit. Es kam mir da schon alles etwas komisch vor.

In der Praxis angekommen

Ich hatte mir extra frei genommen um diesen Termin wahrzunehmen und traf pünktlich in der Praxis ein. Sofort wurde mir von der Sprechstundenhilfe eröffnet, dass sie meine Behandlung nicht abrechnen kann. Dass das Thema Nierenlebendspende sie überforderte, wurde dabei sehr schnell deutlich. Ich wies daraufhin wie nach der Information der Krankenkasse zu verfahren wäre und fügte hinzu, dass es genauso bei anderen Praxen funktioniert hätte.

Dann wurde es unschön

Nach einem kurzem „Zwiegespräch“ der anwesenden Damen wurde ich dann mit den Worten:  „…das ist ja Urkundenfälschung und Betrügerei…“  und  „Wenn sie mir nicht Ihre Krankenkassenkarte geben können, kann eine Behandlung nicht stattfinden.“  konfrontiert.  Ich erwiderte, dass ich als Beamter keine Karte besitze. Dann fragte ich, ob das nicht der Arzt klären könnte.

Aber auch das wurde abgelehnt. Die Abrechnung wird nur von ihr erledigt und sie wird das wie gesagt nicht machen. Sie wird jetzt auch ganz bestimmt nicht mit der Krankenkasse telefonieren oder den Arzt dazu holen. Ich sollte jetzt doch bitte die Praxis verlassen, da noch andere Patienten auf Behandlung warten würden.

Wie vor den Kopf geschlagen

Ich verwies noch einmal darauf, dass sie als eingetragene kassenärztliche Praxis zu einer Behandlung verpflichtet wären. Ich versuchte ihr außerdem zu erklären, was denn eine Nierenlebenspende für alle Beteiligten bedeutete. Doch die Damen ließen nicht mit sich reden, blieben stur und warfen mich aus der Praxis.

Vielleicht kannst du dir vorstellen, wie ich mich nach diesem Erlebnis gefühlt habe. Ich war wie vor den Kopf geschlagen und konnte das alles nicht fassen.  Ganz abgesehen davon, dass wieder völlig unnötig Zeit verplemperte war.

Anruf bei der Krankenkasse

Ich rief bei Sandras Krankenkasse schilderte den Vorfall. Leider konnten mir die nicht weiter helfen. Ich sollte eine Beschwerde bei der Kassenärztlichen Vereinigung einreichen. Aber was hätte das gebracht? Doch höchstens das diese Sprechstundenhilfe Ärger bekommen hätte. Ich brauchte trotzdem immer noch die augenärztliche Untersuchung.

Neuer Arzt, neues Glück

Ich suchte mir also einen neuen Augenarzt und ließ die Krankenkasse dort im Vorfeld anrufen. So war schon alles geklärt und ich konnte sicher sein, kein weiteres Debakel zu erleben. Die Untersuchungen beim Augenarzt kennst du vielleicht. Hast du eine Sehhilfe wie Brille oder Kontaktlinsen musst du die unbedingt zum Termin mitbringen. Zuerst wird ein Sehtest durchgeführt. Danach bekommst du Tropfen in die Augen, damit sich die Iris erweitert. So kann der Augenhintergrund genauer begutachtet werden. Insgesamt war bei mir alles in Ordnung, so dass der Arzt keine Einwände gegen die Transplantation hatte.

Die Nierenlebendspende und der Bluthochdruck

Wahrscheinlich stellst du dir, genau wie ich mir damals die Frage, warum eigentlich zum Augenarzt bei einer Lebendspender der Niere? Auf meine Frage hin, erklärte er mir, dass dies mit meinem Bluthochdruck zu tun hat. Er wollte außerdem wissen, ob  dadurch eine Vorerkrankung meines Auges vorliegt. Wenn du den Beitrag Nierenlebendspende – erster Teil der Untersuchungen gelesen hast, wirst du feststellen, dass der Bluthochdruck immer wieder eine Rolle spielt. Das liegt daran, dass die Nieren eine sehr wichtige Funktion bei der Regulierung des Blutdrucks haben. Wenn dir nun eine Niere entnommen wird, kommt es oft dazu, dass der Blutdruck nicht mehr richtig runterreguliert werden kann und es zu Hochdruck kommt. Dies muss also schon vorher genau abgeklärt sein.

Jetzt hatte ich alle Untersuchungen bei den Fachärzten abgeschlossen. Wie es weiter ging kannst du nächste Woche hier an dieser Stelle lesen!

 

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