Der Tod eines geliebten Menschen

Tod eines geliebten Menschens

Bereits früh machte ich Bekanntschaft mit dem Tod. Meine Eltern sind beide innerhalb von 8 Wochen gestorben, als ich 16 Jahre alt war. Das war sicher keine leichte Zeit. Aber dieser Schicksalsschlag hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin und der Tod war mir durchaus kein Unbekannter.

Meinen ersten Mann Bäda habe ich 2005 kennengelernt, 2007 haben wir dann geheiratet. Er war ein liebevoller, lustiger und vor allem hilfsbereiter Mensch, der von allen gemocht wurde und mit dem ich mein ganzes Leben verbringen wollte.

Sandra und Bäda an ihrem Hochzeitstag.

Als er zu einer Routineuntersuchung ging, wurde ein Herzklappenfehler festgestellt, der durch eine Operation behoben werden sollte. Die OP fand am 10.1.2013 statt. Ich habe ganz schön gezittert und war sehr froh, als ich den Anruf bekam, dass alles glatt lief. Am nächsten Tag konnte ich ihn bereits besuchen. Die Ärzte waren super zufrieden und er wurde sogar schon nach zwei Tagen auf die normale Station verlegt. Dann erhielt ich am 13.1.2013 den Anruf: „Frau Zumpfe, Ihr Mann hatte einen Herzinfarkt, bitte kommen Sie zu uns in Krankenhaus.“ Ich fuhr natürlich gleich los.

Auf der Intensivstation

Bäda liegt vor seinem Tod 5 Tage auf der Intensivsation, er wird beatmet und hat viele Schläuche um sich herum
Bäda nach dem Herzinfarkt

Bäda lag auf der Intensivstation an gefühlt 1000 Maschinen und Schläuchen. Die Ärzte erklärten mir, dass sie sehr lange gebraucht hätten, bis er wieder stabil war und er im Moment noch die Herz-Lungen-Maschine, die Beatmung und die dauerhafte Dialysemaschine brauche. Auf meine Frage, wie denn die Aussichten für ihn wäre, bekam ich nur die Antwort, dass man abwarten müsse. Sollte er sich wieder erholen, wäre er auf jeden Fall auch auf ein neues Herz angewiesen, da das Alte zu stark beschädigt sei.

Ich ging jeden Tag zu ihm auf die Intensivstation. Dort verbrachte Stunden an seinem Bett, redete mit ihm und hoffte, das alles gut werden würde. ER war schließlich mein Anker in diesem Leben, ohne ihn zu sein konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Die Ärzte und Schwestern war sehr nett zu mir und versuchten alles zu tun, um die ganze Situation erträglicher für mich zu machen.

Peter, ca. 35 Jahre, lächelt fröhlich in die Kamera
Bäda

Schließlich war ich zu diesem Zeitpunkt bereits in diesem Klinikum für ein neues Herz gelistet und war gesundheitlich selbst sehr angeschlagen. Einige meiner Ärzte machten sich ernsthafte Sorgen, das alles zuviel für mich würden werden. Fünf Tage später bekam ich dann einen Anruf, dass ich dringend kommen sollte. In meinem Innersten wusste ich da bereits, das dieser Anruf seinen Tod bedeutete.

Der Tod

Ich wurde darüber aufgeklärt, dass eine Gehirnblutung aufgetreten wäre und es keine Chance auf Besserung mehr gäbe. Schweren Herzens entschied ich mich dafür, die Maschinen abstellen zu lassen. Vorher konnte ich mich noch so lange wie ich wollte von ihm verabschieden. Auch bei dem Prozess des eigentlichen Sterbens blieb ich dabei. Die Maschinen wurden langsam hinunter gefahren und ich konnte deutlich beobachten, wie das Leben aus meinen geliebten Bäda wich. Es war schrecklich und doch bin ich so froh, bis zum Ende bei ihm gewesen zu sein.

Danach wurde ich erst einmal hinaus geschickt, damit die Schwestern ihn von allen Schläuchen, Maschinen, Kabeln usw. befreien konnten. Dann konnte ich wieder zu ihm. Ich stand noch lange an seinem Bett und war innerlich so leer und zerrissen, das ich am liebsten auch tot gewesen wäre. In der Zwischenzeit kam auch meine Schwester, die ich nach dem Abstellen der Maschinen angerufen hatte.

Sie brachte mich dann nachhause. Ich verbrachte den restlichen Tag bei mir und bei ihr. Abends kamen noch Freunde vorbei um mir beizustehen. Aber wenn ich ehrlich bin, genützt hat es wenig. Für mich ging an diesem Tag die Sonne unter und sehr sehr sehr lange nicht mehr auf. Wie es weiterging kannst du im nächsten Beitrag lesen.

Deine Sandra
Soziale Medien

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